Ausflug zu Research Instruments

Ausflug zu Research Instruments

Am 17. März 2026 unternahmen die Schüler*innen der Physikkurse der EF sowie der Q1 eine Exkursion zum Unternehmen Research Instruments GmbH mit Sitz in Bensberg. Ermöglicht wurde dieser Ausflug durch den Wettbewerb „Physik im Advent“, bei dem das HHG erfolgreich teilnahm und so die Gelegenheit erhielt, einen seltenen Einblick hinter die Kulissen zu gewinnen.

Ziel des Besuchs war es, einen praxisnahen Einblick in die Anwendung moderner Physik und Technik zu erhalten. Das Unternehmen ist unter anderem auf die Entwicklung und Herstellung hochpräziser Bauteile für Teilchenbeschleuniger spezialisiert, die weltweit in der Forschung eingesetzt werden. Dabei wurde eindrucksvoll deutlich, welcher Aufwand und welche Präzision hinter den komplexen Prozessen eines solchen Unternehmens stehen.

Nach einem freundlichen Empfang mit Obst, Berlinern und Getränken begann der Rundgang nach einer kurzen Einführung. Zunächst führte uns die Besichtigung auf Ebene 8, wo das Schneiden und Schweißen von Bauteilen stattfindet. Im Rahmen der Führung wurde uns zunächst eine sogenannte Kavität vorgestellt – ein speziell geformter Hohlraum, meist aus Metall, beispielsweise Niob, in dem elektromagnetische Felder erzeugt werden. Zudem erhielten wir einen Überblick über die einzelnen Schritte der Produktion: vom Kundenauftrag über die Planung und den Einsatz von 3D-Druckverfahren bis hin zur Weiterverarbeitung des Materials durch Schneiden und Schweißen sowie die abschließende Kontrolle der gefertigten Bauteile. So wurde das Zusammenspiel aller Prozessschritte anschaulich dargestellt.

Uns wurden außerdem Prototypen und Teststücke gezeigt, die die Präzision und Leistungsfähigkeit der Maschinen verdeutlichten. Besonders beeindruckend war es, zu sehen, wie selbst zentimeterdicke Metallstücke mit großer Leichtigkeit bearbeitet werden konnten – ein Moment, der vielen von uns besonders in Erinnerung blieb.

Auch die eingesetzten Maschinen konnten wir aus nächster Nähe betrachten und teilweise in Aktion erleben, was den Einblick in die industrielle Praxis zusätzlich vertiefte. In einer Halle wurden hochpräzise Fräsmaschinen zur Herstellung der Bauteile sowie spezielle Öfen zur Materialbearbeitung vorgestellt. Zusätzlich erhielten wir einen kurzen Einblick in das Prüfzentrum, das wir aufgrund der streng kontrollierten Temperaturbedingungen jedoch nicht betreten durften. Die enorme Genauigkeit, mit der diese großen Maschinen arbeiten, war beeindruckend und führte zu zahlreichen interessierten Nachfragen.

Nach einer kurzen Pause ging es weiter zu den Reinräumen des Unternehmens. Diese dürfen ausschließlich mit spezieller Schutzkleidung – bestehend aus Kittel, Haarnetz und Überziehschuhen – betreten werden, um Verunreinigungen durch Staub oder kleinste Partikel zu vermeiden. In den Reinräumen werden die zuvor gefertigten Bauteile unter streng kontrollierten Bedingungen zusammengebaut und für die Auslieferung vorbereitet. Sowohl die Umgebung als auch die Luft müssen dabei nahezu vollständig frei von Verunreinigungen sein, um eine einwandfreie Endmontage und die Funktionsfähigkeit der Teilchenbeschleuniger sicherzustellen. In entsprechender Schutzkleidung erhielten wir schließlich einen detaillierten Einblick in den Aufbau der Teilchenbeschleuniger sowie in den Ablauf ihrer Montage. Vor dem Zusammenbau werden die Bauteile gründlich gereinigt und anschließend unter höchsten Reinheitsstandards montiert. Da wir eine kleine Gruppe waren, konnten wir uns durch die engen Gänge bewegen und den Mitarbeitenden durch Glasscheiben bei ihrer präzisen Arbeit zusehen.

Insgesamt war die Exkursion äußerst lehrreich und bot uns einen faszinierenden Einblick in den Aufbau und die Produktion von Teilchenbeschleunigern. Die Betreuung vor Ort war sehr engagiert, und alle aufkommenden Fragen wurden ausführlich beantwortet. Die Teilnahme hat sich in jeder Hinsicht gelohnt und ergänzte den theoretischen Unterricht durch einen wertvollen praktischen Einblick.

Amin Chouchane (EF)